
Der gemeinnützige Verein Pro-Ost wurde 1992 unter dem Motto „Handeln statt Reden“ gegründet und besteht aus 25 ehrenamtlichen Aktiven. Seit 16 Jahren arbeiten wir intensiv und vertrauensvoll mit dem privaten russischen Verein Radimitschi (www.radimichi.ru) in der stark radioaktiv verstrahlten Kleinstadt Nowosybkow zusammen (120 km von Tschernobyl).
Gemeinsam wollen wir die Lebenssituation von Kindern und Benachteiligten in der Tschernobylregion in Russland verbessern. Konzentrierte sich zu Beginn unsere Hilfe noch auf Hilfstransporte und deren persönliche Verteilung, wuchs schnell die Überzeugung, dass nur gezielte Projekte langfristig etwas bewirken können.
So wurden schon 1993 die ersten Kinder mit Körperbehinderungen in unserem Frühförderzentrum krankengymnastisch behandelt. Es folgte 1995 das Kinderferienlager Nowocamp, in dem sich jedes Jahr 500 Tschernobylkinder auf unverstrahltem Gelände im eigenen Land erholen. 1997 entstand die Tagesstätte für Kinder mit geistigen Behinderungen, die inzwischen zu einer Sonderschule ausgebaut wurde. Und 2003 startete schließlich unser Schilddrüsenzentrum, das Vorsorgeprogramm zur Erkennung von Schilddrüsenkrebs.
Seit 1998 besitzt unser Partnerverein Radimitschi ein eigenes Gebäude in Nowosybkow, so dass all unsere Projekte unter einem Dach vereint sind. Zusätzlich ist dieser ’Club’ ein Treffpunkt für die Kinder und Jugendlichen der Stadt mit zahlreichen interessanten Freizeitangeboten (Computerclub, Kulturzentrum, Puppentheater, Bastelzirkel usw.)
Über 30 russische Mitarbeiter sind mit unseren gemeinsamen Projekten in Nowosybkow beschäftigt, weitere 80 junge russische Menschen arbeiten hier freiwillig mit. Nur mit einem verlässlichen russischen Partner funktioniert unsere „Hilfe zur Selbsthilfe“, auch wenn die Projekte zum großen Teil noch von Pro-Ost finanziert werden.
Die Aktiven von Pro-Ost sind bis zu sechs Mal im Jahr zu Schulungen, Beratungen oder Entwicklung neuer Ideen vor Ort.
Der Verwaltungsaufwand des Vereins Pro-Ost ist nahezu „Null“, da alles auf ehrenamtlicher Basis stattfindet. Pro-Ost finanziert sich über Spenden, Fördermitgliedschaften, Patenschaften und eigene Aktionen wie Sommerfeste, Neujahreskonzerte oder Vorträge. Das benötigte Finanzvolumen eines Jahres beträgt rund 100.000 EUR, der größte Teil davon wird aus Deutschland bestritten. Russische Finanzquellen sind in geringem Maße vorhanden. Leider ist in den nächsten Jahren nicht damit zu rechnen, dass die vollständige Finanzierung aus Russland gelingt.